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Eine Familienangehörige
Marwelds über die
Räumungsdrohungen

Live-Interview mit Marc Walter
Hausbesitzer der Yorck 59
(Theater)

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THEMA: Häuserkampf
ORT: Berlin
ZEIT: 5. Februar 2005
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv/ 6531 \
 

Yorck 59 bleibt!
"Kreuzberger Chaoten besuchen Charlottenburger Vermieter"

Am 5. Februar '05 führte eine Demonstration mit etwa 500 TeilnehmerInnen bei strahlendem Sonnenschein und klirrender Kälte über gerichtlich verfügte Umwege in die Nähe der Geschäftssitze von Marc Walter, Mommsenstr. 9, und Gregor Marweld, Kantstr.134.
Die beiden, Hauseigentümer und Verwalter, wurden mit dem Demonstrationsverbot vor ihren Büros vor einer angeblichen Belagerung, Steinwürfen, Farbeiern und Schlimmerem bewahrt. Die DemonstrantInnen hatten trotzdem ihren Spaß bei den Rhythmen der Samba-Band und den zum Teil witzigen Redebeiträgen .Viele Flugis wurden verteilt und mit zahlreichen Transparenten machte die Demo einen bunten Eindruck. Die Polizei hatte sich mit Hunden vor der Mommsenstraße 9 und der Kantstraße 134 aufgestellt (Marwelds zwei Bodyguards standen im Hauseingang) und waren in den Seitenstraßen sehr präsent. (weiter: siehe unten)



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Fotos: ARI/Umbruch-Bildarchiv
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Die Abschlusskundgebung fand in Sicht- und Hörweite der Kantstr. 134 statt. Gregor Marweld wurde entdeckt, wie er aus dem 5. Stock seines Büros filmte.
Eine Familienangehörige Marwelds
(Audiostream) – sie war ebenfalls auf der Demo – reagierte und rief ihm zu, was sie von seinen Schikanen gegen die Yorck59 und der Räumungsdrohung hält: "Wenn Du räumen lässt, dann räumst Du mich mit!"
Live-Interview mit Marc Walter (Audiostream), Hausbesitzer der Yorck59

Redebeitrag auf der Demo am 5.2. zum Erhalt des Hausprojektes Yorck59

"Hallo, wir begrüßen euch zur ersten großen Demo für die Yorck59, das größte und tollste Hausprojekt in Berlin-Kreuzberg (laut Verbotverfügung sogar mit "Kultstatus")! Im letzten Jahr haben wir euch zu verschiedenen Kundgebungen mobilisiert: vor das Bezirksamt, zur Hausverwaltung in der Kantstraße 134, vor die Friedrichstraße 129, wo unsere Vermieter ein Mietshaus gekauft haben, und nach Hamburg, wo der Eigentümer wohnt. Heute sind wir Kreuzberger Chaotinnen und Chaoten am Ku-Damm, um unsere Charlottenburger Vermieter zu Hause und in ihren Büros zu besuchen. Das ist eine gute Idee, mal hier in ihren Kiez zu kommen. Denn hier hecken sie ihre miesen Pläne aus, z.B., wie sie uns am besten räumen können oder wie sie uns die Eingänge zumauern, wie Weihnachten geschehen. Und weil wir uns das alles nicht gefallen lassen und schon seit über einem Jahr dagegen angehen, wollen wir heute mit einer eindrucksvollen Demo über den Ku-Damm ziehen, durch die Mommsenstraße und bis zum Sitz der Hausverwaltung von Gregor Marweld und der Eigentümerfirma von Marc Walter. Der Haken ist nur, dass das Verwaltungsgericht uns das gestern verboten hat!
Sie haben uns verboten, die Mommsenstraße entlang zu gehen, da dort das Wohnhaus von Marc Walter ist, dem Eigentümer. Er hat dort zwar auch sein Büro, doch das Gericht sah es als ausgemacht an, dass es dort gefährlich für ihn werden kann, wenn wir vorbeiziehen. Schließlich gab es schon, pfui deibel, "inhaltsbezogene Farbschmierereien, tote (!) Heringe im Briefkasten und verklebte Türschlösser". Und da, Zitat, "die Yorckstraße 59 in der linken Szene einen Kultstatus hat (ja ja), wird es wegen der aufgeheizten Stimmungslage an den relevanten Objekten sicher zu Farbeierwürfen und Farbschmierereien kommen". Das sind wir mal gespannt.
A propos: die Bezirksbürgermeisterin erzählte uns gestern am Runden Tisch - zu dem die Vermieter nicht kamen - dass sie sich auch sehr geärgert haben über Farbeier und Parolen gestern an ihrem Haus in der Friedrichstr. 129. Aber das nur nebenbei.
Wir jedenfalls dürfen auch nicht direkt vor das Haus Kantstr.134, weil wir die Bürotätigkeit der Hausverwaltung im 5. Stock beeinträchtigen könnten - am Samstagnachmittag... . Und weil mit bösen Straftaten, Farbe und Steinen, zu rechnen sei. Unsere Absicht, ihnen die Steine, mit denen sie zwei unserer Etagen zumauern ließen, zurückzugeben, nehmen sie mutwillig so wörtlich, dass sie ihr Verbot mit geplanten Steinwürfen auf die Kant134 begründen! Die verstehen echt keinen Spaß. Schade. Und wer käme schon bis in den 5.Stock?
Deshalb sollen wir nachher, am Ende der Demo, im Abstand von 50 Metern unsere Abschlusskundgebung machen. Dabei hätten wir sie doch gerne wenigstens eine Stunde lang davon abgehalten, sich neue Klagen gegen uns auszudenken oder weitere Schikanen auszutüfteln, mit denen sie uns seit einem Jahr auf Trapp halten. Aber heute ist nicht alle Tage...
Jetzt sag ich aber noch mal was zu unserer aktuellen Situation in der Yorck59 und zur drohenden Räumung.
Gestern früh hatte die Bezirksbürgermeisterin von Kreuzberg/Friedrichshain einen Runden Tisch einberufen, zu dem auch der Vermieter Marc Walter und Gregor Marweld, unser Hausverwalter, eingeladen waren. Wir hatten sie durch unsere Aktionen und den öffentlichen Druck so weit, dass Walter der Bürgermeisterin gegenüber meinte, er hätte die Nase voll, er wolle verkaufen. Sein "Angebot" von 2,5 Mio Euro ist natürlich unverschämt und nicht akzeptabel. Für uns ist der Verkauf des Hauses an uns aber die einzige gangbare Möglichkeit, das Hausprojekt langfristig zu sichern und dem Spekulationsmarkt zu entziehen. Daher begrüßen wir die Initiative von Bezirks- und SenatspolitikerInnen, die beiden an einen Runden Tisch zu bekommen, wo wir über einen Verkauf verhandeln können. Doch wer kam gestern nicht? Walter und Marweld. Sie hatten die Bedingung gestellt, dass wir alle Namen der BewohnerInnen der Yorck59 herausgeben! Klar, dass wir das nicht freiwillig tun, ist dies doch die Voraussetzung für Räumungstitel gegen uns alle. Bisher haben sie nur Titel gegen den Trägerverein, und damit kommen sie vielleicht nicht durch, wenn sie das Haus räumen lassen wollen. Aber unter Umständen eben doch. Daher fordern wir von ihnen eine Zurücknahme der Klagen auf Namensherausgabe und Verhandlungen am Runden Tisch über den Hausverkauf zu einem realen Preis. Schließlich wollen wir ihm nicht den Profit bezahlen, den er sich beim Hauskauf versprochen hat! - er wusste ja, was er da kauft.
Vom Senat fordern wir ein Räumungsstopp! Es geht um den Erhalt eines der ältesten und größten politischen Hausprojekte in Berlin: es geht um 60 BewohnerInnen, zahlreiche Initiativen, Raum für unkommerzielle und politische Projekte wie z.B. die ARI, die seit 12 Jahren Teil der Yorck59 ist und deren Arbeit durch die drohende Räumung existenziell gefährdet ist!
Aber natürlich geht es uns auch um alle anderen gefährdeten Projekte in der Stadt, um die Wagenburgen "Schwarzer Kanal" und "Laster&Hänger", um die Offene Uni Berlins, die bedroht ist, um den Umsonstladen in der Brunnenstraße, um die Rigaerstr.94 - aber auch um die von Privatisierung und Vertreibung bedrohten MieterInnen im Waldekiez.
Alle müssen bleiben! Die Häuser denen, die drin wohnen! Keine Räumung -nie!
Infos unter www.yorck59.net oder jeden Montag in der Druzbar (Vokü und Drinks) ab 20h


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