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THEMA: Flüchtlingsbewegung
ORT: Berlin
ZEIT: 8. April 2014
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv / 3423 \

Räumung des Refugee-Camps am Oranienplatz

18 Monate lang demonstrierten Flüchtlinge vom besetzten Oranienplatz aus gegen das deutsche Asylsystem, gegen die Unterbringung in Heimen, gegen Abschiebungen, gegen das Arbeitsverbot und die Residenzpflicht. Am 8. April 2014 wurde das Refugee-Camp in Berlin-Kreuzberg geräumt. In den frühen Morgenstunden rückten Arbeiter mit schwerem Gerät an, um die Zelte und Hütten einzureißen und abzutransportieren.
Beim Abriß des Camps beteiligten sich auch etliche Flüchtlinge. Andere wollten den Protest fortsetzen und den Oranienplatz unter keinen Umständen verlassen. Es kam zu Rangeleien und Handgreiflichkeiten unter den Flüchtlingen – die Differenzen, ob die Räumung des Camps ein richtiger Schritt sei oder nicht, waren groß.
Als am Nachmittag Bauarbeiter damit begannen, den Oranienplatz mit Baugittern abzuzäunen, weckte das den Unmut vieler Refugees und deren UnterstützerInnen. Kurzerhand wurden die Zäune deinistalliert. Daraufhin erschien binnen Minuten ein Großaufgebot der Polizei und räumte den Oranienplatz gegen den passiven Widerstand zahlreicher BlockerInnen komplett.
Der Räumung vorausgegangen waren dreimonatige Verhandlungen mit Berlins Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD). Sie hatte den Geflüchteten Unterkunft und "wohlwollende Prüfung" der Anträge auf Asyl oder Aufenthaltsrecht in Aussicht gestellt. 'Neben einem kurzzeitigen Schlafplatz in alten und neu geschaffenen Lagern enthalte der Senatsvorschlag für die Protestierenden keinerlei Sicherheiten und ließe völlig offen, was im Einzelfall passiert', kritisierten Aktivistinnen, die das Camp mit aufgebaut hatten, das Angebot. Unter dem Titel "1 ½ Jahre Oranienplatz – Eine Protestbewegung lässt sich nicht räumen" haben sie eine lesenswerte Nachbetrachtung veröffentlicht – über die Entwicklung des Camps, über Verhandlungen, Spaltung und Räumung, aber auch darüber, wie der Flüchtlingsprotest weitergehen könnte: Als nächster Schritt ist für Mai ein Protestmarsch von Straßburg nach Brüssel geplant, und daran nehmen nicht nur Refugees aus Deutschland teil.

 



Fotos: Andrea Linss, Oliver Feldhaus, neuköllnbild
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