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THEMA: Flüchtlingsbewegung
ORT: Berlin
ZEIT: 8. September 2014.
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv / 3423 \

Solidemo nach Räumung der Gürtelstraße

Nach 13 Tagen Dauerprotest haben am Sonntagabend die letzten Flüchtlinge das Hostel-Dach in der Gürtelstraße verlassen. Am Tag darauf demonstrierten rund 1000 Menschen durch Friedrichshain in Solidarität mit den Flüchtlingen und gegen die Ignoranz, mit der die Berliner Politik auf den Protest der Refugees reagiert hat.

Die Demo startete gegen 19.00 Uhr vom Treffpunkt an der Warschauer Straße. Bereits als der Zug in die Boxhagener Straße einbog, trennte sich der größere Teil ab, ging lautstark und entschlossen über die Frankfurter Allee, bog in kleineren Gruppen in Nebenstraßen ab, traf sich erneut an der Gürtelstraße und trug die Forderungen der Refugees in Slogans, Liedern und Parolen auf die Straße. Der andere Teil der Demo von etwa 400 Menschen ging die ursprünglich geplante direkte Strecke zur Gürtelstraße. Die Demonstration blieb im Sinne der Flüchtlingsproteste friedlich, stark und offensiv. Die Polizei war die meiste Zeit sichtlich überfordert mit dieser Situation, am Schluß kam es zu einigen Festnahmen und Pfeffersprayeinsatz.

Knapp zwei Wochen lang hatten Geflüchtete auf dem Dach eines Flüchtlingslagers in Friedrichshain ausgeharrt, nachdem klar wurde, dass das "O-platz-agreement", eine Vereinbarung mit dem Senat, die die Senatorin Kolat unterzeichnet hatte, nicht einmal das Papier wert war, auf dem sie stand. Im Frühjahr wurde unter anderem ausgehandelt, dass die Geflüchteten die Schlafzelte abbauen und im Gegenzug ihre Asylanträge nach Berlin überstellt werden und wohlwollend geprüft werden. Bisher kamen jedoch ausnahmlos Ablehnungen. Als die Bescheide kamen und die Flüchtlinge quasi über Nacht ausziehen sollten, hatten sich einige auf dem Dach der Gürtelstraße verbarrikadiert. Die Flüchtlinge sind nun vorübergehend von der Gemeinde der Heilig-Kreuz-Kirche in Kreuzberg aufgenommen worden.

 


13 Tage
Dachbesetzung

Flüchtlinge in der Gürtelstraße


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Fotos: Oliver Feldhaus

Sieben Flüchtlinge vom Oranienplatz besetzten am 26.8. das Dach eines Hostels in der Gürtelstraße in Friedrichshain. Wie mehr als hundert anderen Flüchtlingen auch hatte ihnen der Senat zuvor jegliche Unterstützung entzogen und sie aufgefordert, die bisherige Unterkunft zu verlassen.
Die Polizei machte zusätzlichen Druck, indem sie die Versorgung mit Nahrung verweigerte und ihnen Wasser und Strom abstellte. (Refugees erheben schwere Vorwürfe gegen Polizei, Pressekonferenz vom 9.9.).
Am 6.9. demonstrierten rund 30 Ärzt*innen, medizinisches Personal und Unterstützer*innen mit der Aktion „Wasser aufs Dach“ vor der Absperrung. Sie erhielten keinen Zugang zu den Flüchtlingen.
Der Protest auf der Straße war von der Polizei bereits in den letzten Tagen außerhalb Sicht- und Hörweite verbannt worden; auch die Presse durfte - wie in der Ohlauerstraße - nicht zu den Flüchtlingen.
 



Fotos: Christina Palitzsch/Umbruch Bildarchiv
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