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THEMA: Krieg in Sri Lanka
ORT: Berlin
ZEIT: 24. April 2009
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv/ 8614 \

Sri Lanka: Krieg ohne Zeugen

Ein Brandanschlag auf die Botschaft von Sri Lanka am Donnerstag in Berlin, Eierwürfe und Sitzblockaden vor der Chinesischen Botschaft am Freitag – zeitgleich demonstrierten annähernd dreitausend Tamilen nachmittags auf den Straßen Berlins und forderten die Deutsche Bundesregierung auf, sich für eine schnelle Beendigung des drohenden Massakers an der tamilischen Zivilbevölkerung einzusetzen.
Die "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTEE) hatten am letzten Dienstag ein Ultimatum der Regierung zur bedingungslosen Kapitulation verstreichen lassen. Auf einem mittlerweile nur noch 15 Quadratkilometer großen Landstrich, mit dem Rücken zum Meer, sind Rebellen der LTEE und zehntausende Zivilisten eingekesselt und liegen unter Dauerbeschuss der Regierungstruppen. Weite Flächen sind übersät mit Toten und Verletzten, die nicht mehr versorgt werden können. Die Regierung in Colombo wies einen neuerlichen Appell der UNO zurück, einer längerfristigen Feuerpause zuzustimmen, um wenigstens den festsitzenden Zivilisten humanitäre Hilfe leisten zu können. Die Befreiungstiger haben am Sonntag einen einseitigen Waffenstillstand "mit sofortiger Wirkung" erklärt. Die Regierung wies das Angebot umgehend zurück. Von der TRO (Tamils Rehabilitation Organization,) der einzigen noch operationsfähigen NGO-Organisation in der umkämpften sogenannten Sicherheitszone um Mullaitivu, wurden massive Bombardements und eine Verdichtung von Streitkräften gemeldet. Sie erwarten den Beginn einer Großoffensive der Regierungstruppen in wenigen Stunden. In einem offenen Brief mit der Bitte die Sri Lankische Regierung unter Druck zu setzen wendet sich die TRO an die Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und der Internationalen Gemeinschaft. Deren augenblickliche Appelle lesen sich eher wie Beileidstelegramme, denn wie ernst zu nehmende Forderungen.
Mittlerweise versuchen Zehntausende Zivilisten dem Inferno zu entkommen. Es kursieren Berichte, nach denen LTEE- Kämpfer den Flüchtigen in die Beine schießen. Auf "der anderen Seite" angekommen droht vielen ein nicht weniger dramatisches Schicksal. Der am 16. April aus dem Bürgerkriegsland zurückgekehrte Mitarbeiter von Medico International Thomas Seibert berichtete von Auffanglagern, die Regierungstruppen rund um die Stadt Vavuniya einrichteten, die eher Internierungslagern glichen. "Die völlig erschöpften und zum erheblichen Teil schwer verletzten Flüchtlinge sind dort nicht nur weiterhin unterversorgt, sondern werden entwürdigenden ‚Verhören' unterworfen. Viele werden gefoltert oder einfach erschossen. Auch kommt es regelmäßig zu Vergewaltigungen." - MvH -
Spontane Protestdemonstration heute 27. April 15 - 18.00h vor dem Auswärtigen Amt

 


Fotos: Matthias von Hoff/Umbruch Bildarchiv

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