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THEMA:

Kurdische Frauen in Berlin

ORT: Berlin
ZEIT: 28. April 2005
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv 320i
 

Kurdische Frauen in Berlin

Arantxa Aldunzin Gorriti besuchte für drei Wochen das Umbruch Bildarchiv, um hier ein Praktikum zu machen. Während dieser Zeit begleitete sie fotografisch die Kurdin Sibel T., die aufgrund politischer Verfolgung in der Türkei nach Deutschland kam, um hier ein neues Leben zu beginnen. Außerdem dokumentierte sie die Aktivitäten des kurdischen Frauenvereins "Dest-Dan" ("die Hand reichen"). Die Ergebnisse ihrer Fotorecherche seht ihr hier.

Das Thema meines Praktikums ist "Kurdische Frauen in Berlin". Es gibt verschiedene Grunde warum ich es gewählt habe. Als Baskin identifiziere und interessiere ich mich für die kurdische Problematik. Auch habe ich persönliche Kontakte zu Kurdinnen und möchte mehr über ihre Situtation wissen. Schließlich bin auch ich Ausländerin in Deutschland und habe Interesse zu erfahren, wie andere Nicht-Deutsche in Berlin leben. Mein erster Schritt war es, in dem kurdischen Frauenverein "Dest-Dan" zu gehen, in dem kurdische Frauen, die ich kenne, organisiert sind. (weiter: siehe unten)


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Fotos: Arantxa Aldunzin Gorriti/Umbruch-Bildarchiv
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Der Verein "Dest-Dan" beschreibt seine Arbeit und seine Ziele wie folgt: "Die zentrale Aufgabe unseres Vereins besteht darin, Frauen und Mädchen, die ihre Heimat verlassen mussten, in allen Lebensbereichen zu unterstützen. Vor allem soll unser Verein eine Anlaufstelle für Frauen sein, in der sie sich mit anderen Frauen treffen und austauschen können. Dies soll ihre Isolation druchbrechen, ihr Selbstwertgefühl stärken und sie motivieren für sich Verantwortung zu übernehmen. Die Ressourcen der Frauen sollen aktiviert und sie ermutigt werden sich aktiv am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Dazu gehört auch der Aufbau von Kontakten zu unterschiedlichsten Frauen ausserhalb der kurdischen Gemeinde. Unsere Ziele wollen wir durch das Angebot von Sprach-, Alphabetisierungs- und Weiterbildungskursen und Beratung im Erziehungs-, Gesundheits- und sozialen Fragen sowie durch kulturelle und politische Veranstaltungen verwirklichen. Alle sind herzlich eingeladen in unseren Verein zu kommen. Die Gespräche mit einigen Frauen des Vereins öffneten mir die Türen zur Realisierung meines Projektes." (aus der Selbstdarstellung)

So bekam ich die Möglichkeit bei den Aktivitäten des Vereins anwesend zu sein, mit den Frauen ins Gespräch zu kommen, mehr über Sie zu erfahren und Fotos zu machen. Diese Erfahrung war für mich außergewöhnlich. Ich danke "Dest-Dan" für die Hilfe und wünsche dem Verein von ganzen Herzen viel Glück bei der Verwirklichung seiner Projekte und Ideen. Arantxa Aldunzin Gorriti

Deutschkurs für kurdische Frauen

Kurdische Frauen, die in Berlin leben mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Berlin, eine Möglichkeit auf eine Zukunft für sie, ihre Kinder und ihre Familien. Kurdische Frauen, die alle kurdisch sprechen. Einige von ihnen sprechen auch türkisch, weil sie die Möglichkeit hatten, zur Schule zu gehen. Sie mußten die Sprache jedoch auch lernen, da Kurdisch in öffentlichen Institutionen verboten ist. Kurdische Frauen verschiedenen Alters, alle verheiratet und mit Kindern. Sie sind Hausfrauen und mit drei Kulturen konfrontiert. Gleichzeitig sind sie aber sehr motiviert, Lesen und Schreiben zu lernen, und Deutsch, ihre zweite oder dritte Fremdsprache. Sie nehmen von Montag bis Donnerstag vormittag an dem Deutschkurs, den "Dest-Dan" anbietet, teil. Sie möchten deutsch lernen, weil sie in Berlin leben, weil sie mit Menschen auf deutsch reden wollen, weil sie ihren Kindern bei den Hausaufgaben helfen möchten und um sich auf Behörden besser verständigen zu können. Auch erhoffen sie sich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Geflohen aus der Turkei versuchen sie in Berlin ihre, in der Türkei diskriminierte Sprache und Kultur, an ihre Kinder weiter zu vermitteln. Leider wird der Kurs nicht staatlich subventioniert. Daher extra vielen Dank an die ehrenamtliche Lehrerin. Sie ist Diplom Soziologin und Dolmetscherin.

Trommelgruppe Koma-Tamara

Koma heißt auf Kurdisch "Gruppe" und Tamara steht für eine Frau aus einer kurdischen Legende. Koma-Tamara ist eine Trommelgruppe bestehend aus sieben kurdischen Frauen. Der Lehrer ist auch Kurde. Trommeln sind traditionelle Instrumente in Kurdistan. Bislang wurden sie hauptsächlich von Männern gespielt. In den zwei Jahren gibt es auch einzelne Trommlerinnen, die in Kurdistan auf Festivals oder in Bands spielen. Koma-Tamara ist allerdings die erste Frauengruppe, die auch traditionelle Hochzeitsmusik spielt, eine Domäne, die bislang ausschließlich Männern vorbehalten war. Das war auch einer ihrer Gründe, diese Musik zu wählen. Die Gruppe erfreut sich großer Beliebtheit. Koma-Tamara spielte mit viel Erfolg auf dem Karneval der Kulturen 2004 in Berlin, dem kurdischen Frauenfestival in Dortmund (Juli 2004) und auf dem 8. März 2005 auf einer Veranstaltung des Frauenrechtsbüros und am 1. Mai in Berlin. Wenn die Gruppe Geld für ihre Auftritte bekommt, spendet sie dieses an den kurdischen Verein.

Kurdischkurs für Frauen

Die Kurdisch-Gruppe setzt sich international zusammen (Deutsche, eine Norwegerin und Kurdinnen aus der Türkei und dem Iran). Die Motive, kurdisch zu lernen, sind dementsprechend unterschiedlich. Die Kurdinnen können teilweise schon kurdisch sprechen, verfügen aber nicht über Kenntnisse der Schriftsprache, da Kurdisch in den Schulen der Türkei und im Iran verboten ist. Die nicht-kurdischen Teilnehmerinnen des Kurdisch-Kurses wollen meist Kurdisch lernen, weil sie mit Kurden verheiratet oder befreundet sind und sich für die kurdische Sprache und Kultur interessieren. So auch die norwegische Anthropologin. Auch ein kurdischer Mann nimmt an dem Unterricht teil - gemeinsam mit seiner deutschen Freundin -, um diese zu unterstützen. Die ehrenamtliche Kurdischlehrerin (Xecè) ist aufgrund politischer Probleme aus der Türkei geflohen. Seit 18 Monaten lebt sie in Berlin und seit drei Monaten macht sie mit viel Spaß und Engagement den Kurdisch-Unterricht.

Kontakt zu "Dest-Dan e.V."



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