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THEMA: Indien - Repression
ORT: Delhi/Chhattisgarh
ZEIT: 28. August 2018
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv 861 \

Stoppt die Kriminalisierung von Menschenrechts-Aktivist*innen in Indien!

In einer landesweiten Polizeirazzia, die von der Zivilgesellschaft und Oppositionsparteien heftig kritisiert wurde, wurden in Indien am 28. August 2018 mehrere Wohnungen von Aktivist*innen durchsucht, darunter Priester, Schriftsteller und Anwälte. Fünf prominente Menschenrechtsaktivist*innen wurden unter einer Vielzahl von Anklagepunkten festgenommen, einschließlich terroristischer Straftaten - es handelt sich um Sudha Bharadwaj, Vernon Gonsalves, Arun Ferreira, Gautam Navlakha und Varavara Rao. Sudha Bharadwaj ist Gewerkschafterin und Anwältin. Das nebenstehende Video dokumentiert Stimmen und erste Protestaktionen ihrer Basis im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh. Dort ist sie seit den 1990er Jahren in der Gewerkschaftsbewegung Chhattisgarh Mukti Morcha Mazdoor Karyakarta Committee aktiv. Als Anwältin hat sie sich immer wieder um Fälle gekümmert, in denen es um grobe Menschenrechtsverstöße geht, die von staatlichen Sicherheitskräften verübt wurden. Mit den Bäuerinnen und Bauern vor Ort hatte sie entschlossen gegen Landgrabbing gekämpft.

Im selben Ermittlungsverfahren waren bereits am 6. Juni fünf Aktivist*innen verhaftet worden. Sie alle werden beschuldigt, urbane Naxalit*innen zu sein - sprich, aktive Mitglieder der maoistischen Guerilla-Bewegung, die in Indien einen bewaffneten Kampf führt. Entsprechend wird das drakonische Anti-Terror-Gesetz (UAPA) herangezogen. Die Vorwürfe gegen sie lauten, dass sie gewaltsame Ausschreitungen im Januar dieses Jahres bei der Metropole Pune angezettelt hätten (Bhima Koregaon-Riots) und darüberhinaus einen Anschlag auf hochrangige Regierungsverter*innen geplant hätten. Tatsächlich geht es darum, lautstarke, regierungskritische Stimmen zum Schweigen zu bringen – denn die Beschuldigten sind allesamt gestandene Aktivist*innen. Sie hatten für und mit Arbeiter*innen, Dalits, Adivasis (indigene Communities) und anderen marginalisierten Communities gearbeitet und immer wieder repressive Aktionen und Menschenrechtsverstöße angeprangert.
Entsprechend groß ist die Entrüstung über die Verhaftungen. Am 29. August fand bei Bhilai eine spontane Solidaritätskundgebung statt. In Berlin gab es am 5. September eine Protestmahnwache von Amnesty International Deutschland am Brandenburger Tor.



"Ich bin Sudha Bharadwaj!" Protestaktion am 29.8.18 bei Bhilai
    

Fotos:
CMM.
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Am 28. August 2018 fand bei Bhilai eine spontane Solidaritätskundgebung statt für Sudha Bharadwaj und die anderen am 28. August 2018 verhafteten Menschenrechtsaktivist*innen. Auch in Berlin gab es eine Protestmahnwache von Amnesty International Deutschland am 5. September am Brandenburger Tor.



Video: Erste Protestaktionen gegen die Verhaftung und Kriminalisierung
von Sudha Bharadwaj und anderen am 28. August 2018 verhafteten Menschenrechtsaktivist*innen.
(11 Min., 156 Mb, mp4)
(mit deutschen Untertiteln)
Foto: karinscheidegger.ch

Filmstart mit Klick auf den Pfeil oder download mit rechter Maustaste



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