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THEMA: Stadtportraits
ORT: Berlin
ZEIT: Juni 2013
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv/ 651i \

Die alte Eisfabrik am Spreeufer

In der Köpenicker Strasse am Spreeufer in Berlin-Mitte steht eine alte Ruine. Im Kontrast zu den zahlreichen Neubauten, die am Spreeufer geplant sind, hat dieses Gebäude eine gute Chance, dauerhaft erhalten zu bleiben. Es steht unter Denkmalschutz.
Das Gebäude war eine der ältesten Eisfabriken in ganz Deutschland; 1909 von den Norddeutschen Eiswerken erbaut, wurden dort ca. 240 Tonnen Eis im Monat produziert.
Das Eis war jedoch nicht zum essen, sondern wurde dafür verwendet, Lebensmittel zu kühlen –- einen Kühlschrank wie wir ihn heute kennen, gab es damals noch nicht.
Die Besitzer der Fabrik wechselten im Laufe der Zeit öfters, da entweder die aktuelle Firma verkauft wurde oder pleite ging. Nach dem zweiten Weltkrieg gehörte das Gelände zur DDR, die Eisfabrik wurde Volkseigentum. Dies konnte die Fabrik auch nicht retten. Der Bedarf an Eis und die Produktion sank auf weniger als ein Viertel. 1991 kam die Produktion zum vollständigen Stillstand und wurde von der Berliner Kühlhaus GmbH schließlich aufgegeben. Das Gebäude steht seitdem leer und zerfällt langsam.

Zu dem Fabrikgelände gehörten ursprünglich auch noch Kühl- und Wohnhäuser, die jedoch zum Teil im 2. Weltkrieg zerstört oder von Baufirmen abgerissen wurden, um den beliebten Platz an der Spree neu zu bebauen. Das Gebäude, in dem ich war (das Kessel- und Maschinenhaus), steht jedoch unter Denkmalschutz und wird daher vorerst stehen bleiben.
Das alte Fabrikgelände wird jetzt vor allem von Jugendlichen wieder entdeckt, als Freiraum und Treffpunkt. Einige sprühen Grafittis an die Wände oder machen Fotos von den beeindruckenden Fabrikhallen, andere sitzen auf dem Dach mit Spreeblick und genießen die Zeit ohne Pflichten.
Direkt neben der alten Fabrikhalle steht ein kleines "Dorf". Ein abgegrenzter Bereich mit selbstgebastelten Zelten und Hütten. Unter dem Titel "love loves freedom" haben sich hier Obdachlose ihr neues Heim geschaffen. Sogar ein Beet mit Salat und Gemüse kann ich entdecken. Sie empfangen mich freundlich, als ich meine Fotos mache und laden mich ein zu ihrem gemütlichen Lagerfeuer an der Spree im Schatten der Fabrik. - Leo Lagodka -




Fotos: Leo Lagodka
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Für alle, die kein Flash öffnen können, hier die Bilder als Diashow (html-Version)

Im Rahmen eines Praktikums war Leo Lagodka zwei Wochen lang zu Besuch
im Umbruch Bildarchiv. In dieser Zeit machte er sich auf die Spuren
einer ehemaligen Eisfabrik in der Köpenicker Straße am Spreeufer.
Hier sein Foto-Portrait über eine Ruine, die einen Besuch wert ist
.



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