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THEMA: Freiräume
ORT: Berlin
ZEIT: 24. Oktober 2009
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv / 653 \

Queer und Rebel-Wagentage
Schwarzer Kanal bleibt!

Seit 20 Jahren gibt es den Wagenplatz Schwarzer Kanal in Berlin-Mitte. Schon lange ist er räumungsbedroht durch Klagen von benachbarten Investoren, die in dem Projekt eine Wertminderung ihrer Immobilie sehen. Jetzt will der Besitzer des Geländes "Hochtief" einen weiteren Bürokomplex bauen und hat den Mietvertrag zum 31.12.2009 gekündigt. Auf diese Kampfansage haben die BewohnerInnen des Platzes und zahlreiche Unterstützer mit Aktionstagen reagiert: vom 21.-25.10 gibt es "Queer & Rebel"-Wagentage in Berlin mit zahlreichen Solidaritätsaktionen. Spontan besetzten Unterstützerinnen ein Gelände in der Adalbertstraße. "Schwarzer Kanal" bleibt!" meint auch die Siegessäule. Leider hing das Riesentransparent nicht lange. Höhepunkt war am Samstag, den 24. Oktober eine Demonstration von der Warschauer Brücke zum (noch) besetzten Platz in der Adalbertstraße. Dort soll am Montag, den 26.10.2009 um 12.00 Uhr ein Verhandlungstreffen mit dem Liegenschaftsfond stattfinden. Ein weiteres Treffen u.a. mit Liegenschaftsfond, Stadtbaurat Gothe, sowie Abgeordneten des Senats ist für den 3. November 2009 vereinbart.
Hier einige Bilder von der Demo.
Mehr Infos unter queersandwagen.blogsport.de und www.schwarzerkanal.squat.net.

 

 



Fotos: heba/Ute Kurzbein/Umbruch Bildarchiv
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Presseerklärung zu den "Queer und Rebel- & Wagentagen" des Schwarzen Kanals

Schwarzer Kanal - Aktionstage gehen weiter !!! Montag, 26.Oktober 2009, 11 Uhr

Treffen mit Herrn Lippmann (Liegenschaftsfond) an dem Gelände in der Adalbertstrasse


Die Bewohner_innen und Unterstützer_innen des Schwarzen Kanals blicken auf den erfolgreichen Auftakt der Aktionen zum Erhalt ihres Wohn- und Kulturprojektes zurück. Bundesweit und international waren Aktivist_innen in den letzten 5 Tagen zu den "Queer und Rebel-&Wagentagen" angereist. Es gab ein vielfältiges Programm aus Aktionen, Demonstrationen, diversen Workshops, Cabaret, Filmvorführungen und einer Fahrradralley. Wie bereits bekannt, wurde am Freitag, 23.10.09 der seit vielen Jahren leerstehende Schulhof in der Adalbertstrasse besetzt. Das Gelände wird vom Liegenschaftsfonds verwaltet. Die Besetzer_innen liessen sich von Räumungsandrohungen und grossem Polizeiaufgebot nicht einschüchtern. Sie setzten es durch, bis Verhandlungsbeginn mit dem Liegenschaftsfonds, auf dem Gelände bleiben zu können. Das ist eines der wenigen Beispiele, in denen die "Berliner Linie" des Senats ("jede Besetzung soll umgehend geräumt werden") durchbrochen worden ist.
Der Wagenplatz Schwarzer Kanal fordert ein angemessenes Ersatzgelände in der Innenstadt. Mit der Besetzung wird die Tatsache unterstrichen, dass es ungenutzte Flächen im Zentrum gibt. Dies hatten Liegenschaftsfonds und Politiker_innen bisher abgestritten. Auf verschiedenen Transparenten der Besetzer_innen waren folgende Forderungen zu lesen: "Liegenschaftsfonds umverteilen" "Innenstadt für alle" "Unkommerzielle Projekte STATT Spekulation mit öffentlichen Geländen"
Die Funktion und das Vorgehen des Liegenschaftsfonds steht in ständiger Kritik, nicht nur vom Schwarzen Kanal. Öffentliches Gelände wird durch den Liegenschaftsfonds privatisiert und vermarktet. Diese Prozesse passieren ohne Rücksicht auf soziale stadtplanerische Aspekte.
Obwohl den Unterstützer_innen des Schwarzen Kanals das Gelände in der Adalbertstrasse bis Montagmittag von Herrn Lippmann (Geschäftsführer des Liegenschaftsfonds) überlassen wurde, provozierte die Polizei durch massives und agressives Auftreten vor dem Tor. Unter immer neuen Vorwänden, versuchten sie auf das Gelände zu kommen. Nur durch die besonnene Reaktion der Besetzer_innen konnte eine Eskalation vermieden werden. In Eigeninitiative wollte die Polizei zum Beispiel verhindern, dass Trinkwasser, Lebensmittel etc. auf das Gelände gebracht wurden. Im Anschluss an die Demonstrationen vom Samstag sperrte die Polizei sogar zeitweilig die umliegenden Strassen ab, um Gäste nicht zur Suppenküche zu lassen. Die starke Polizeipräsenz und das agressive Auftreten der Beamten wurde nicht nur von den Besetzer_innen als Provokation empfunden. Offensichtlich störten sich, laut Zeitungsmeldungen vom 25.10., auch andere Menschen im Kiez daran und antworteten mit Steinen und Flaschenwürfen auf Polizeifahrzeuge.
Die Schwarzen Kanal Bewohner_innen und Freund_innen bewerten die "Queer und Rebel&Wagentage" erfolgreich und gehen gestärkt daraus hervor. Mit grosser Entschlossenheit wollen sie für ihr 20jähriges Wohn-und Kulturprojekt kämpfen.
Am morgigen Montag, 26.Oktober 2009 wird sich Herr Lippmann als Geschäftsführer des Liegenschaftsfonds um 11 Uhr an dem Gelände in der Adalbertstrasse einfinden. Zu diesem Termin war das Ende der Besetzung und die Aufnahme von weiteren Verhandlungen in den Räumlichkeiten des Liegenschaftsfonds vereinbart worden.


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