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26.11., 20 Uhr Oranienplatz
Solidemo zum Rosenthaler Platz
9 Fotos
hier
  25.11., 20 Uhr Kollwitzplatz
Solidemo für die Brunnen 183
10 Fotos
hier
THEMA: Freiräume
ORT: Berlin
ZEIT: 24. November 2009
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv / 653 \

Brunnenstraße 183 geräumt

Am Dienstag, den 24.11., räumte die Polizei mit einem Großaufgebot von 600 Einsatzkräften das besetzte Haus in der Brunnenstraße 183 in Berlin. Die BewohnerInnen hatten schon länger auf die akute Räumungsgefahr hingewiesen und um Unterstützung gebeten. Die „Brunnen183“ sah sich als Wohn-, Kunst- und Sozialprojekt, das seit über 10 Jahren Menschen aus vielen Ländern unterschiedlichem Alters ein Zuhause gab. Als Reaktion auf die Räumung versammelten sich Hunderte Sympatisanten am Rosenthaler Platz, es gab einzelne spontane Protestaktionen. Am Tag darauf 800 UnterstützerInnen auf einer Solidaritäts-Demonstration vom Kollwitzplatz durch Prenzlauer Berg, am 26.11. waren es schon deutlich mehr, die vom Oranienplatz zum Rosenthaler Platz in Mitte demonstrierten. (siehe 9 Fotos hier)

Nach dem Mauerfall steht der Altbau in der Brunnenstaße zunächst leer, bevor Besetzer in ihm ein neues Zuhause finden. Sie legalisieren ihren Status und zahlen Miete auch ohne Mietvertrag. Zunächst an die Wohnungsbaugesellschaft Mitte, später an die Eigentümer. Als das Haus jedoch an eine Immobilienfirma verkauft wird, beginnen die Probleme. Das Unternehmen will die Bewohner zum Auszug bewegen und das Haus sanieren. Irgendwann zahlt es die Kosten für Müll und Wasser nicht mehr, die Bewohner schließen eigene Verträge ab, das Unternehmen verschwindet von der Bildfläche, insolvent,
2006 sollte das Haus zwangsversteigert werden. Die „Brunnen 183“ hatte bis zum Gerichtstermin deutlich mehr Geld gesammelt, als der Verkehrswert lautete, doch der Termin wurde abgesagt und das Haus bereits im Vorfeld an einen Investor verkauft. Neuer Eigentümer: der Passauer Arzt Manfred Kronawitter, er plant ein Mehrgenerationenhaus. Der Rechtsanwalt der Bewohner nennt damals 285.000 Euro als Kaufpreis. Ein Spekulant sei er nicht, das betonen auch die Hausbewohner. Trotzdem beginnt für die rund 30 Bewohner ein Leben zwischen Räumungsklagen, Personalienfeststellungen, Unterschriftenlisten. Ein Ausweichgrundstück soll die verfahrene Situation lösen. Wenn Kronawitter einen anderen Platz bekommt, kann er den Bewohnern der Brunnen 183 ihr Haus verkaufen, so die Idee. Die Bedingung des Arztes: Zentral muss es liegen. Zur Debatte steht schließlich ein Grundstück in der Ackerstraße, nur wenige Straßen entfernt. Doch der Liegenschaftsfonds verkauft das Gelände im Juli 2008 anderweitig. Seitdem haben die Bewohner jeden Tag die Räumung erwartet. Prozesse um die Anerkennung ihrer Mietverhältnisse haben sie verloren. Eine Geschichte ohne Happy End. (Quelle: Indymedia/taz)

Räumung der Brunnenstraße 183 (24.11) - Fotos ansehen
Solidaritätsdemo vom Kollwitzplatz durch Prenzlauer Berg (25.11) - Fotos ansehen

Solidemo vom Oranienplatz nach Mitte (26.11) - Fotos ansehen

 



Fotos: heba/Matthias von Hoff/Umbruch Bildarchiv
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