vorher       @           UMBRUCH - Bildarchiv folgendes Ereignis
Startseite - Überblick über das Bildarchiv - Suche im Archiv
THEMA: Flüchtlingsbewegung
ORT: Berlin
ZEIT: 28. Februar 2016
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv / 3423 \

Gedenkmarsch für die Opfer des Kolonialismus

100 Menschen beteiligten sich am 10. Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Kolonialismus und rassistischer Gewalt und die Kämpfer*innen der Widerstandsbewegung. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Komitee für ein afrikanisches Denkmal in Berlin (KADIB) .

Im Aufruf heißt es:
"Dieser Gedenkmarsch wurde ins Leben gerufen, um der Forderung nach Anerkennung der Verbrechen gegen Schwarze Menschen und Menschen afrikanischer Herkunft Nachdruck zu verleihen.
Als Datum für diesen jährlichen Gedenktag haben wir den letzten Samstag im Februar (Ende der Berliner Afrika-Konferenz von 15. Nov. 1884 - 26. Feb. 1885) ausgewählt, auf der Afrika vor 130 Jahren unter den europäischen Kolonialmächten willkürlich aufgeteilt wurde. Völkermorde, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Zwangsarbeit, kulturelle Genozide, politische und ökonomische Ausbeutung und Unterdrückung sind die verheerenden Folgen des Kolonialismus. Mehr als 30 Millionen Afrikaner wurden Opfer von Versklavung und kolonialer Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Die von Deutschland an den Herero und Nama begangenen Völkermorde in Namibia und die Kriegsverbrechen in Tansania (Maji-Maji-Krieg) warten immer noch auf vollständige offizielle Anerkennung. Hunderttausende Menschen afrikanischer Herkunft sind auf Seiten der Alliierten für die Befreiung Deutschlands vom Naziregime gefallen. Schwarze Deutsche und Afrikaner_innen wurden von den Nazis zwangssterilisiert oder in Konzentrationslagern ermordet.
Trotz internationaler Verpflichtungen (UN-Erklärung von Durban 2001) gibt es in Berlin jedoch immer noch keine Gedenkstätte für die afrikanischen Opfer von Versklavung, Kolonisierung und Naziverbrechen und es sind bis heute nur wenige Schritte zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte unternommen worden.
So tragen zahlreiche Straßen noch immer die Namen von Kolonialverbrechern und den Profiteuren der Versklavung. So hält Berlin gegen den erklärten Willen der afrikanischen Community bis heute an der rassistischen Bezeichnung der „M-Straße“ fest, die auf den Brandenburger Handel mit Versklavten zurückgeht. So will die Bundesregierung 2019 das Humboldt-Forum im Berliner Schloss eröffnen, in dem die wertvollsten Kulturschätze, die sich die deutschen Kolonialherrscher angeeignet haben, präsentiert werden sollen. So verweigert Deutschland bis heute die Rückgabe Tausender menschlicher Gebeine, die während der Kolonialzeit in Afrika und anderen Teilen der Welt für rassistische Forschungen geraubt wurden.
Im Hinblick auf die UN Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung muss die Bundesrepublik Deutschland endlich ihre Verpflichtungen wahrnehmen. Am 23. Dezember 2013 hat die UN Generalversammlung die Internationale Dekade der Menschen afrikanischer Abstammung verkündet. Ziel dieser Dekade, die am 1. Januar 2015 begann und am 31. Dezember 2024 endet, ist die „wirksame Umsetzung der Erklärung und des Aktionsprogramms“ der Weltkonferenz gegen Rassismus von Durban. Dazu gehören die offizielle Anerkennung vergangener Gräueltaten, die Rückführung menschlicher Gebeine und die Rückgabe geraubter Kulturgüter, sowie Umbenennungen.
Das Motto der UN-Dekade ist „Anerkennung, Gerechtigkeit und Entwicklung.“ Wir rufen Euch auf, auch 2016 gemeinsam mit uns auf die Straße zu gehen und unsere Forderung nach einem zentralen Denkmal zu unterstützen: Die Opfer von Versklavung, Kolonialismus und rassistischer Gewalt dürfen nicht vergessen sein! "

 



Fotos: Oliver Feldhaus
weitere 6 Fotos Fotogalerie im Flash-FormatWeiter

Für alle, die kein Flash öffnen können, hier die Bilder als Diashow (html-Version)


Weitere Informationen:

UMBRUCH - Bildarchiv | Startseite | Überblick über das Bildarchiv | Themenbereiche | Events | Suche im Archiv | antirassistisches Videofenster | Videos |
UMBRUCH Bildarchiv
Lausitzer Straße 10
Aufgang B
D - 10999 Berlin

Tel: 030 - 612 30 37
ISDN: 030 - 61 28 08 38/39
post@umbruch-bildarchiv.de
http://www.umbruch-bildarchiv.de
Öffnungszeiten:
Mo - Fr 11-17 Uhr
Verkehrsanbindungen:
[U] Görlitzer Bahnhof
[BUS] 129